Mobilitätsbiographien
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Das Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, eine Kombination von Biographie- und Generationenansätzen zu einem intergenerationellen Modell und eine Erweiterung einer starren Korrelation individueller Mobilitätsstile mit sozio-demographischen Faktoren (Lebensstiltypen) zu erreichen. Es wird eine Verbindung des Biographie- und Generationenansatz angestrebt, weil davon ausgegangen wird, dass das individuelle Mobilitätsverhalten durch Kindheit- und Jugenderlebnisse - also durch die Mobilitätsstile der Eltern und anderer naher Personen - geprägt wird.

Der Gewinn für Forschung besteht in einem Entwurf prozessorientierter, dynamischer Ansätze statt eines latent deterministischen Milieubegriffes.
Die Konzeption des Forschungsvorhabens sind durch folgende Fragestellungen beeinflusst:
  • Können biografische und generationelle Ansätze Kontinuitäten und Änderungen im gesellschaftlichen Mobilitätsverhalten erklären?
  • In welchem Verhältnis stehen individuelle Veränderungen des Mobilitätsverhaltens über die Zeit (Biographien) zu den großen Linien kollektiv zu beobachtender Prozesse im Mobilitätsverhalten?
  • Können soziale Netzwerke individuelles Mobilitätsverhalten erklären?
In einer disziplinenübergreifenden Verbindung von Ansätzen aus Soziologie, Geschichte, Geistes- und Planungswissenschaften wird die Renaissance der Biographie- und Generationenforschung in den letzten Jahren nun um einen wichtigen Bereich des alltäglichen Verhaltens erweitert. Denn Mobilitätsverhalten ist auch eine Folge von Mentalitäten und sozialen Stilisierungen und kann mittels qualitativer Befragungen und der Auswertung von Internetforen zu Themen wie Auto, Urlaub, Mobil-sein als Bestandteil persönlicher Biographien ("Mobilitätsbiographie") untersucht werden. Damit sollen verschiedene Mobilitätstypen und deren soziale "Vererblichkeit" in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg nachgezeichnet werden.
Außerdem soll die Möglichkeit einer Modellierbarkeit dieser biographischen Muster, und damit ihre Prognosefähigkeit für zukünftiges Verkehrsverhalten, untersucht werden.